Drei Best-of-Geschichten aus der Parklücke

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Wer kennt es nicht: Eine neue Stadt, ein fremdes Parkhaus, ein einigermaßen günstiger Parkplatz. Häufiger als man denkt, beginnen so die besten Geschichten. Einen aktuellen Fall aus Dresden nehme ich deshalb direkt zum Anlass, an zwei meiner persönlichen Favoriten zu erinnern.

Frankfurt 1997: Vergessen statt gestohlen

Morgens noch geparkt und abends – wo steht denn das Auto nun? So erging es einem 56-Jährigen aus Frankfurt. Vor rund 30 Jahren hatte er seinen Wagen geparkt, aber beim Zurückkehren nicht mehr wiedergefunden. Ganz klar für ihn: Das Auto wurde gestohlen.

Doch so klar war die Sache dann doch nicht. Wie sich 2017, also 20 Jahre nach der Anzeige zeigen sollte. Das Auto war nicht gestohlen worden – es war nicht mal weg. Die Augsburger Allgemeine berichtete, dass der Wagen genau dort gefunden worden sei, wo der Mann ihn einst abgestellt hatte: in der Tiefgarage eines Industriegebäudes. Und vermutlich hätte es dort auch noch die nächsten 20 Jahre stehen können, wäre das Gebäude nicht abgerissen worden.

Nürnberg 2025: Seit 20 Jahren auf der Suche

Nicht ganz so lange her ist eine Autosuche in Nürnberg. Ein Mann besuchte 2025 eine Tagung in der Stadt und parkte nach eigenen Angaben auf einem öffentlichen Parkplatz in der Innenstadt. Doch abends fand er sein Auto nicht mehr, trotz ausgiebiger Suche. Eine teure Taxifahrt später kam er ohne eigenes Auto in der Unterkunft an. Im Oktober 2025 wird nun sogar mit Finderlohn nach dem Auto gesucht, berichtet der Merkur.

Dresden 2026: Lückentext in der Neustadt

Einen guten Parkplatz gibt man jedenfalls nicht so leicht her. Das galt schon vor 30 Jahren und jetzt noch viel mehr. Könnten sich einige Dresdner so gedacht haben.

In der Neustadt wurden Ende Juni neue Fahrbahnmarkierungen gezogen. Dafür wurde mit Schildern ein absolutes Park- und Halteverbot ausgesprochen. Das hat einige Anlieger wohl wenig interessiert, und das für einige Zeit. Laut dem MDR-TikTok-Kanal Dreiland hat sich abgezeichnet, dass die Markierungen immer wieder angefangen wurden. Die Hoffnung, die Park-Rowdys würden irgendwann zur Einsicht kommen und umparken, hielt sich hartnäckig. So allerdings auch die parkenden Autos.

Sowohl auf ihrem Instagram-Kanal als auch bei TikTok hat der MDR Sachsen auf diesen witzigen Sachverhalt aufmerksam gemacht.

Den Stadtmitarbeitern, die die Markierungen anbringen sollten, hat das gereicht. Kurzerhand wurde um die Reifen herummarkiert und was blieb ähnelt einem Lückentext: Weiße Linien werden immer wieder von schwarzen Reifen unterbrochen. Wer glaubt, die Lücken könnten die bestehenden Parkregeln außer Kraft setzen, täuscht sich: Die Stadt teilte dem MDR mit, dass sich durch die lückenhafte Markierungen nichts an der Gültigkeit ändert. Außerdem wurden die Lücken mittlerweile aufgefüllt.

Vielleicht war es aber auch einfach ein stiller Protest. Und möglich, dass die Parkplatzsituation in der Dresdner Neustadt ähnlich prekär ist wie in anderen Großstädten Deutschlands.

Übrigens

Parken im absoluten Halte- und Parkverbot ist bundesweit verboten und wird mit einem Bußgeld von immerhin 53,50 Euro geahndet. Abgeschleppt wird in der Regel dann, wenn der Verkehrsfluss beeinflusst wird oder Rettungswege behindert werden.

Vorschaubild: Markus Spiske/Pexels

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